Kurz zusammengefasst
Cannabis braucht in der Wachstumsphase vor allem Stickstoff (N), in der Blüte mehr Phosphor (P) und Kalium (K). Der pH-Wert entscheidet dabei, wie gut die Pflanze diese Nährstoffe überhaupt aufnehmen kann — und ist damit fast wichtiger als die Düngermenge selbst.
Die Hauptnährstoffe: NPK
NPK steht für die drei wichtigsten Makronährstoffe:
- Stickstoff (N): Fördert Blatt- und Stängelwachstum — besonders wichtig in der vegetativen Phase.
- Phosphor (P): Unterstützt Wurzelentwicklung und Blütenbildung — wird in der Blüte wichtiger.
- Kalium (K): Stärkt die allgemeine Widerstandsfähigkeit und unterstützt den Wasserhaushalt der Pflanze, ebenfalls zentral in der Blütephase.
Spurenelemente
Neben NPK braucht die Pflanze in kleineren Mengen weitere Elemente wie Calcium, Magnesium, Schwefel, Eisen und Zink. Hochwertige, fertige Grow- und Blühdünger enthalten diese meist bereits in einem ausgewogenen Verhältnis — separates Zudosieren ist für Einsteiger in der Regel nicht nötig.
Warum der pH-Wert so wichtig ist
Selbst wenn genug Nährstoffe vorhanden sind, kann die Pflanze sie bei falschem pH-Wert kaum aufnehmen ("Nährstoffblockade"). Bei Erde liegt der optimale Bereich meist bei 6,0–6,5, bei Hydro-Systemen eher bei 5,5–6,0. Ein einfaches pH-Messgerät gehört daher zur Grundausstattung.
Düngeplan nach Phase
- Sämling: Meist noch kein oder nur stark verdünnter Dünger nötig.
- Wachstumsphase: Stickstoffbetonter Wachstumsdünger, Dosierung schrittweise steigern.
- Blütephase: Wechsel auf Blühdünger mit mehr Phosphor & Kalium.
- Letzte 1–2 Wochen vor der Ernte: Viele Grower "spülen" nur noch mit klarem Wasser, um überschüssige Nährsalze aus der Erde zu lösen.
Grundsätzlich gilt: Lieber niedriger dosieren als auf der Verpackung angegeben und langsam steigern, statt von Anfang an voll zu düngen.
Mangel & Überschuss erkennen
- Gelbe untere Blätter: Häufig ein Zeichen für Stickstoffmangel.
- Verbrannte, dunkle Blattspitzen: Typisches Zeichen einer Überdüngung.
- Verfärbungen zwischen den Blattadern: Kann auf Magnesium- oder Eisenmangel hindeuten.
- Hängende Blätter trotz feuchter Erde: Meist kein Nährstoffproblem, sondern Übergießen.
Im Zweifel gilt: Erst einmal nur mit klarem, pH-angepasstem Wasser gießen und die Pflanze ein paar Tage beobachten, bevor weiter gedüngt wird.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich normalen Blumendünger verwenden?
Spezielle Cannabis- bzw. Grow-/Blühdünger sind auf den Nährstoffbedarf der Pflanze abgestimmt und daher empfehlenswerter als generische Universaldünger.
Wie oft sollte ich düngen?
Das hängt vom Produkt ab — meist bei jedem zweiten bis dritten Gießen, immer nach Herstellerangabe und lieber niedriger dosiert.
Was tun bei Überdüngung?
Am besten mehrfach mit klarem, pH-angepasstem Wasser durchspülen, um überschüssige Nährsalze aus der Erde zu lösen, und danach eine Zeit lang pausieren.
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