Kurz zusammengefasst
Licht ist der wichtigste Wachstumsfaktor überhaupt. In der Wachstumsphase gilt meist 18 Stunden Licht / 6 Stunden Dunkelheit, in der Blüte 12/12 — bei photoperiodischen Sorten löst genau diese Umstellung die Blüte überhaupt erst aus.
Warum Licht so entscheidend ist
Über Photosynthese wandelt die Pflanze Licht in Energie um, die sie fürs Wachstum, die Blütenbildung und letztlich den Ertrag braucht. Zu wenig Licht führt zu schwachem, lang gestrecktem Wuchs ("Etiolierung"), zu viel oder zu nahes Licht kann Blätter verbrennen und Stress verursachen.
Die wichtigsten Lichtzyklen
- 24/0 oder 18/6 (Keimung & frühe Wachstumsphase): Junge Pflanzen profitieren von viel Licht, um schnell ein stabiles Blattwerk aufzubauen.
- 18/6 (Wachstumsphase): Der gängigste Standard für die vegetative Phase — 18 Stunden Licht sorgen für kräftiges, buschiges Wachstum.
- 12/12 (Blütephase): Bei photoperiodischen Sorten leitet die Umstellung auf gleich lange Licht- und Dunkelphasen die Blüte ein. Wichtig: In dieser Phase darf während der Dunkelphase kein Streulicht eindringen, sonst kann die Pflanze in Stress geraten.
- Autoflower-Sorten: Blühen unabhängig vom Lichtzyklus nach einer bestimmten Zeit — viele Grower fahren hier durchgängig 18/6 oder sogar 20/4.
Lichtspektrum: Blau, Rot & Vollspektrum
Blaues Licht (kühles Spektrum) fördert kompaktes, buschiges Wachstum und wird daher gerne in der vegetativen Phase betont. Rotes Licht (warmes Spektrum) unterstützt die Blütenbildung. Die meisten modernen LED-Growlampen liefern ein Vollspektrum, das beide Bereiche automatisch mitliefert — für Einsteiger meist die unkomplizierteste Wahl.
Lampenstärke & Abstand
Als grobe Faustregel gilt bei LED-Growlampen ca. 30–50 Watt (tatsächliche Leistungsaufnahme) pro 0,25 m² Anbaufläche für gute Ergebnisse. Der Abstand zwischen Lampe und Blattoberkante hängt stark vom Lampentyp ab — die Herstellerangaben sind hier verlässlicher als Pauschalwerte. Ein einfacher Praxis-Test: Hand für 10 Sekunden auf Blatthöhe halten — wird es dort zu heiß für deine Hand, ist es auch für die Pflanze zu heiß.
Häufige Fehler
- Lampe zu nah an der Pflanze — führt zu Hitzestress und verbrannten Blattspitzen.
- Lichtlecks während der Dunkelphase in der Blüte, z. B. durch Türspalte am Zelt.
- Zu später oder unregelmäßiger Wechsel der Zeitschaltuhr — ein fester Rhythmus ist wichtig für einen stabilen Blühbeginn.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich auch mit 20/4 statt 18/6 growen?
Ja, viele Grower nutzen längere Lichtphasen — entscheidend ist vor allem, dass die Pflanze auch eine kurze Erholungsphase in Dunkelheit bekommt.
Was passiert, wenn während der Blüte Licht in der Dunkelphase eindringt?
Das kann die Pflanze stressen und im schlimmsten Fall zur Bildung von Zwitterblüten (Hermaphroditismus) führen — deshalb sollte die Dunkelphase in der Blüte wirklich komplett dunkel sein.
Brauche ich eine teure Profi-Lampe für den Einstieg?
Nein, solide Einsteiger-LED-Lampen liefern für kleine Grows meist völlig ausreichende Ergebnisse. Wichtiger als der Preis ist ein passendes Watt-pro-Fläche-Verhältnis.
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